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Lob an die Einsatzkräfte
Die 107 Schüler, die am Montag nach einer Pfefferspray- oder Reizgasattacke an der Gettorfer Isarnwohld-Schule über Atemwegsbeschwerden und Schleimhautreizungen geklagt hatten, sind offenbar alle wieder wohlauf. 

Nach Auskunft von Schulleiterin Marion Burkhart konnten vier von fünf Kindern, die vorsorglich in eine Kieler Klinik eingeliefert worden waren, das Krankenhaus noch am selben Tag wieder verlassen.Von diesen vier Kindern seien drei am Dienstag wieder zum Unterricht erschienen. Ein Kind habe über Nacht in Kiel bleiben müssen. Der Unterricht an der Schule laufe jetzt ruhig und normal weiter.

War es, wie zunächst vermutet, Pfefferspray, oder wurde im Z-Gebäude der Schule Reizgas versprüht? Dies könnte eventuell ein Geheimnis bleiben. Eine Untersuchung bei der Analytischen Task Force (ATF) der Berufsfeuerwehr Hamburg ergab keinen eindeutigen Hinweis, so Siegfried Brien, Sprecher des Feuerwehr-Löschzuges Gefahrgut des Kreises. Nur so viel: „Es handelte sich um einen hochflüchtigen, nicht lebensbedrohlichen Stoff.“

Offen ist nach wie vor auch die Frage, wer für die Reizgasattacke verantwortlich ist. Polizei-Pressesprecher Sönke Hinrichs bestätigte, dass Schüler im Zusammenhang mit der Reizgastattacke Hinweise auf eine Mitschülerin gegeben hätten. „Es steht aber noch nichts fest. Die Ermittlungen laufen noch“, so Hinrichs. Die Polizei stehe im engen Kontakt mit der Schule, der Staatsanwaltschaft und auch dem Jugendamt.

Wer auch immer das Pfefferspray oder Reizgas versprüht hat: Das Kind oder der Jugendliche, so mutmaßten Einsatzkräfte, war sich der Tragweite seines Handelns offenbar nicht bewusst. Dennoch: Sollte der Verursacher ermittelt werden, könnte das für seine Eltern sehr, sehr teuer werden. Siegfried Brien geht davon aus, dass die Feuerwehren den Einsatz in Rechnung stellen werden, da es sich um eine technische Hilfeleistung gehandelt habe. „Bei 90 Einsatzkräften, die drei bis vier Stunden beschäftigt waren, kommen da schnell 15000 Euro und mehr zusammen“, rechnete Brien vor. Aus dieser Sache über die Haftpflichtversicherung herauszukommen, könnte seiner Einschätzung nach „sehr, sehr schwierig“ werden. „Eine Versicherung wird immer den Einzelfall prüfen“, sagte Pressesprecher Heiko Wischer von der Provinzial Nord auf die Frage, inwieweit die Haftpflichtversicherung eintritt. „Dabei komme es auch darauf an, ob Vorsatz nachgewiesen werden kann“, so der Versicherungsexperte.

Ein dickes Lob für die professionelle Arbeit der Einsatzkräfte und das besonnene Verhalten der Schulleitung gibt es von Amtsdirektor Matthias Meins, Ordnungsamtsleiterin Nina Michaely, Amtsvorsteher Kurt Arndt und Schulverbandsvorsteher Hans-Ulrich Frank. Alle vier waren am Montagvormittag vor Ort.

„Reizgas und Pfefferspray haben in einer Schule nichts zu suchen“, machte Hans-Ulrich Frank deutlich. Hier seien auch die Aufsichtspflicht und der erzieherische Auftrag der Eltern gefragt.

Quelle: Text/Bild KN-Online 23.02.2016

Link zum Bericht auf KN-Online


 
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